Wochenturnier vom 18.03.2010
Den Kritikern richtig gezeigt!
Michael Lipp hat das Turnier vom 18.03.2010 gewonnen und den Fernseher mit nach Hause genommen.
Bei den Sit & Go Tischen wurde und wird Michael Lipp gern einmal belächelt, da sein Spielstil mindestens genauso emotional geprägt ist wie sein gesamtes Wesen. Sprüche wie "Hey Michael, wir spielen doch schon 10 Minuten und Du bist noch immer nicht all-in?" sind da keine Seltenheit. Aber diesmal verstummten die Kritiker als er im Heads Up die letzte Hand für sich entschied. "Qualität setzt sich durch!" zitierte er lachend Achim Markwitz, der diesen Spruch etwa eine halbe Stunde früher aussprach, Michael Lipp aber ausdrücklich davon ausschloss. Aber der Poker-Chaos-Man hat gezeigt, dass er das Spiel durchaus auch beherrscht und diszipliniert spielen kann.
Aber der Reihe nach:
Alessandro Buttice, immer ein Geheimfavorit, verabschiedete sich früh aus dem Turnier und verliert die zweite Woche in Folge mit einem hohen Pocket sein All-In gegen schwächere Karten. So gewannen diese Woche ein Pocket-10 gegen die Queens und Sunny's Aces. Carlo Sibione wird es auch nicht gefreut haben, die Damen gehörten ihm und das Turnier war für ihn auch zuende. Heinz Scheda spielte konsequent wie immer, war aber auch am verrückten Tisch A mit besseren Karten unterlegen. Gut, dass die Familienehre durch Susi Müller aufrecht erhalten wurde, die mit sehr tightem Spiel den dritten Platz erreichte. Wolfgang Plass unterlag erst im Heads-Up gegen Überraschungssieger Michael Lipp, der (mal wieder) an einem der größten Aufreger des Abends maßgeblich beteiligt war:
Ziemlich zu Beginn des Turniers spielte Michael seinen Lieblingsstil "Tot oder Weltmeister" und callte mit 7-8 offsuite gleich zwei All-Ins. Weder hohe Karten noch ein mittleres Paar konnte aber mit seiner zusammengebastelten Straße mithalten und er schaffte sich mit diesem unglaublichen, viel Kopfschütteln hervorgerufenen Move, die Grundlage für seinen späteren Turniersieg. Michael wäre nicht Michael, würde er nicht noch verbal Salz in die Wunden seiner Gegner streuen, indem er sagte: "Was wollt ihr denn, ich wusste doch, dass die Straße kommt." - Man sollte nicht alles bierernst nehmen.
Es war ein schöner Abend und man darf auf die nächsten Turniere gespannt sein, wenn "Weltmeister Michael" seinen Titel verteidigen möchte. In diesem Sinne, "Seat Open".
